AG Stadttauben Bonn

Mit schöner Regelmäßigkeit kommen Politiker auf die Idee, die Tauben abschießen zu lassen.

 

Wir hatten bereits unter folgendem Link die ethischen und juristischen Aspekten von Taubentötungen (Stichworte: mildestes Mittel, vernünftiger Grund, möglichst schmerzfrei, Recht auf Leben) geschildert. Damit ist klar, dass Abschusspläne ein eklatanter Verstoß gegen das Tierschutzgesetz sind.

 

Außerdem funktioniert es einfach nicht. Selbst der "Schädlingsbekämpfer" Rentokil, schreibt "Grundsätzlich ist zu sagen, dass Taubenabschussaktionen durch z.B. sogenannte Stadtjäger sinnlos sind, da die Verringerung der Taubenanzahl pro Schwarm in relativ kurzer Zeit durch Mitglieder anderer Schwärme wieder ausgeglichen wird. Insofern löst der Taubenabschuss ebenso wenig das Problem wie der Versuch, Tauben vergiften zu wollen."

 

Nebenbei sei noch angemerkt: innerhalb von Städten herumzuschießen

  • ist gefährlich
  • stößt auf geringe Akzeptanz der Bevölkerung - insbesondere bei Kindern
  • ist bei nicht "richtig" getroffene Tauben äußerst schmerzhaft (wir haben schon einige angeschossene Tauben gefunden, die extreme Qualen durchlitten - manche konnten wir retten, andere nicht)
  • lässt angeschossene Tauben an unzugänglichen Stellen fliegen. Sind verwesende Tierkörper nicht eher eine Gesundheitsgefahr als Lebende?
  • gefährdet unter Artenschutz stehende Tiere wie z.B. Habicht und Wanderfalke. Denn bei Verwendung von Bleimunition können hungrige Beutegreifer das Blei fressen und daran sterben.

Juristische und funktionale Aspekte beiseite: Wer sich auch nur ein bisschen mit dem Wesen der Tauben auseinandersetzt, ihr treues Wesen, ihre Intelligenz und ihre familiäre Fürsorge kennenlernt, kann für Abschussaktionen keinerlei Verständnis haben.