AG Stadttauben Bonn

Brieftauben"sport" - organisierte Tierquälerei und Hauptgrund der Taubenproblematik

 

1. Taubenzüchter - verantwortlich für die Stadttaubenproblematik

 

Woher kommen Stadttauben? Wie der Name schon verrät, ist es keine natürlich entstandene Tierart. Die moderne Stadttaube wurde über Jahrhunderte von der ursprünglichen Felsentaube columbia livia auf Brutverhalten und Heimkehrwillen gezüchtet. Ohne Taubenzüchter gäbe es die Stadttaube überhaupt nicht.

 

Da bei 2,5 Millionen Brieftauben in Deutschland 10% jedes Jahr bei Wettflügen verloren gehen, ist mit hunderttausenden Tieren zu rechnen, die entweder sofort sterben oder erschöpft in Städten stranden, wo sie dann brüten und die Stadttaubenpopulation massiv erhöhen.

 

Um diese Folgen ihres Tuns kümmern sich die Taubenzüchter für gewöhnlich nicht, sondern überlassen die Pflege und Populationskontrolle der erschöpften "Verlierer" lieber Tierschützern oder den Stadtverwaltungen - und damit dem Steuerzahler.

 

2. Taubenzucht verursacht millionenfaches Tierleid

 

2009 gab es in Deutschland ca. 50.000 Brieftaubenzüchter. Deren sogenannter Sport besteht daraus, Tiere für Wettflüge zu züchten. Beim Verband Deutscher Brieftaubenzüchter (VDB) ist zu lesen "Durch gezielte Verpaarung erhofft jeder Züchter, (...) ein Optimum an Tauben zu züchten, die alle Voraussetzungen einer guten Brieftaube erfüllen." Es geht also darum, Lebewesen aufgrund ihres genetischen Materials zu selektieren. Was mit Tauben passiert, die den Anforderungen nicht gerecht werden und keine Preise gewinnen, "vergaß" der VDB in dem Artikel zu erwähnen. Tierschützerin Rosemarie Dolatshahi berichtet "Nach den offiziellen Statuten des VDB ist das Töten von Tauben, nur weil sie keine Preise gewannen, zwar verboten. Tatsächlich ist es jedoch gängige Praxis." Unsere Erfahrung mit aufgefundenen "Wettkampftauben" zeigt: die Züchter haben an "Verlierern" in der Regel kein Interesse und holen sie nicht ab. Mehrfach teilte man uns lapidar mit "machen Sie doch eine Suppe draus."

 

Gängige Tötungsmethoden sind übrigens: den Tieren ohne Betäubung das Genick zu brechen oder den Kopf abzureißen.

 

Und was passiert, wenn die Tiere nicht aufgrund äußerlicher Merkmale getötet wurden? Die meisten nehmen an Wettflügen teil, d.h. sie werden teilweise in über 1.000 km Entfernung von ihrem Heimatschlag ausgesetzt. Dabei gehen ca. 10% der Brieftauben verloren. Das sind hunderttausende Tiere, die jedes Jahr wegen eines fragwürdigen "Sports" sterben. Der Insider Dr. med. vet. Matthias Warzecha berichtet von "millionenfachem Elend".

 

Besonders perfide - "Nestmethode" und "Witwermethode":

Damit die Tiere möglichst schnell zurückfliegen, werden sie von ihrem Partner oder den Nestlingen getrennt. Die tierärztliche Vereinigung für Tierschutz berichtet:

"Häufig kritisierte Varianten der Distanzflüge sind die Nest- und die Witwermethode.
Bei ersterer wird einer der Partner auf die Reise geschickt, während der andere die
Versorgung der Nestjungen übernimmt. Meist wird nur 1 Ei zur Brut gelassen, um die
Belastung der fütternden Taube zu reduzieren. Bei der Witwermethode werden ge-
trennt  lebende  Partner  für  kurze  Zeit  zusammengeführt  und  dann  bei  einem  Flug
eingesetzt.  Bei  einer  häufig  praktizierten  Variante  der  Witwermethode  werden  die
Tiere beider Geschlechter während der gesamten Flugsaison getrennt gehalten, es
wird  mit  ihnen  nicht  gezüchtet.  So  wird  zusätzlich  zum  genetisch  bedingten  Heim-
kehrwillen das arteigene Verhalten infolge der Paarbindung ausgenutzt.
"
 

 

--> Die Arbeitsgruppe Stadttauben Bonn e.V. lehnt die Zucht von Tieren ab und fordert ein Verbot des sogenannten Brieftaubensports.